Insolvenz ist ein komplexes, aber entscheidendes rechtliches Verfahren, das festlegt, was passiert, wenn eine Person oder ein Unternehmen seine Schulden nicht bezahlen kann. Wenn Sie sich gefragt haben, was passiert, wenn eine Plattform oder ein Unternehmen Insolvenz anmeldet und was das für Ihr Geld bedeutet, hilft Ihnen dieser Leitfaden, die Grundlagen zu verstehen.
Was ist eine Insolvenzforderung?
Eine Insolvenzforderung ist der formelle Zahlungsantrag eines Gläubigers gegen die Vermögenswerte einer Person oder eines Unternehmens, das Insolvenz angemeldet hat. Ob Sie Lieferant, Mitarbeiter, Kunde oder Investor sind: Wenn Ihnen bei der Insolvenz eines Unternehmens oder einer Person Geld geschuldet wird, werden Sie Gläubiger. Um eine Chance auf Rückzahlung zu haben, müssen Sie eine Forderung anmelden.
Rechtlich wird eine Forderung sehr weit definiert. Im US-Recht ist sie zum Beispiel jedes "Recht auf Zahlung", unabhängig davon, ob der Betrag bekannt, bestritten oder sogar bedingt ist (U.S. Bankruptcy Code Section 101(5)).
Die Arten von Insolvenzforderungen
In der Insolvenz sind nicht alle Forderungen gleich. Ihre Position in der Rangfolge bestimmt, wie wahrscheinlich eine Auszahlung ist.
Gesicherte Forderungen
Durch Sicherheiten gedeckt, etwa eine Hypothek oder ein Autokredit. Kommt der Schuldner in Verzug, hat der Gläubiger gesetzliche Rechte an dem verbundenen Vermögenswert.
Ungesicherte Forderungen
Nicht durch Sicherheiten gedeckt; dazu gehören häufig Kreditkartenschulden, unbezahlte Rechnungen oder Kundenguthaben.
Vorrangige ungesicherte Forderungen
Bestimmte ungesicherte Forderungen, etwa Steuern, Unterhaltsansprüche und Arbeitnehmerlöhne, haben gesetzlich Vorrang und werden vor anderen ungesicherten Forderungen bezahlt.
Wie das Insolvenzverfahren funktioniert
Auch wenn Insolvenzverfahren je nach Land variieren, ähneln sich die allgemeinen Schritte:
- Ein Insolvenzverfahren wird eröffnet, und die Vermögenswerte des Schuldners werden Teil der "Insolvenzmasse".
- Ein neutraler Verwalter oder Administrator übernimmt die Kontrolle über die Vermögenswerte.
- Gläubiger werden benachrichtigt und müssen ihre Forderungen bis zu einer festen Frist anmelden.
- Forderungen werden in einem Prüfverfahren anerkannt oder bestritten.
- Vermögenswerte werden verkauft, und die Erlöse werden nach Rangfolge an Gläubiger verteilt.
- Das Verfahren wird geschlossen, und verbleibende erlassfähige Schulden werden aufgehoben.
In den meisten Fällen reicht das Geld nicht aus, um alle Gläubiger vollständig zu bezahlen, insbesondere nicht die Gläubiger nachrangiger Klassen. Allgemeine ungesicherte Gläubiger erhalten daher in vielen Fällen nur eine Teilzahlung.
Warum Insolvenzforderungen wichtig sind
Ihre Position in einem Insolvenzverfahren zu verstehen, ist nicht akademisch; sie kann darüber entscheiden, ob Sie Ihr Geld zurückerhalten oder verlieren. Das gilt heute besonders, weil immer mehr Finanzbeziehungen auf digitalen Plattformen stattfinden.
Diese Unsicherheit kann Jahre dauern, wie Fälle wie Mt. Gox zeigen, bei denen Gläubiger jahrelang selbst auf eine teilweise Rückzahlung warteten.
Was passiert, wenn Plattformen wie Kryptobörsen insolvent werden? Werden Kontoinhaber als Kunden oder als Gläubiger behandelt?
Diese realen Szenarien behandeln wir in unseren regionalen Analysen: die USA, die EU und die GUS.